Mindelheimer Zeitung vom 07.07.2010

Golfen in der Region (Serie, Teil 7) Golfclub zu Gut Ludwigsberg

Platz für Mensch und Tier

Porträt: In Türkheim genießt der Golfer einen interessanten Platz inmitten einer intakten Natur

VON GÜNTHER VOLLATH

Türkheim In den USA und in der Schweiz verantwortete er für eine große Bank viele Jahre Millionenprojekte, heute verbringt er 70 bis 80 Wochenstunden auf dem Golfplatz. Nicht als Spieler, nein Rudolf Wiedemann ist Manager beim Golfclub zu Gut Ludwigsberg in Türkheim (Landkreis Unterallgäu). Die Bandbreite der Probleme, die es dort zu lösen gibt, reicht vom Organisieren des täglichen Spielbetriebs bis zu Reparaturarbeiten am Drucker im Clubbüro. Man könnte meinen, der ehemalige Bankmanager ist "Mädchen für alles" auf der 27-Loch-Anlage am nördlichen Ortseingang von Türkheim. "Ja, ich treffe alle Entscheidungen, vom Greenkeeping bis hin zu ganz banalen Dingen", sagt Rudolf Wiedemann.

Seit 2004 leitet er die Anlage, die seinem Cousin, dem Türkheimer Architekten Ludwig M.H. Wiedemann, gehört und vor etwas mehr als 20 Jahren gebaut wurde. Und er hat großen Spaß an der Aufgabe. "Ich hatte immer gerne Rollen, in denen ich etwas verbessern konnte", erzählt Rudolf Wiedemann.

In Türkheim gab es einiges, was optimiert werden musste. Der Maschinenpark wurde modernisiert, das Greenkeeping professionalisiert, eine großflächige Clubterrasse gebaut. Fehlt noch ein "Heim für die Golfer", so der Manager. Sein Ziel: "Ich würde gerne ein bescheidenes Clubhaus bauen."

Wer in Türkheim auf die Runde geht, dar sich an einer intakten Natur erfreuen. "Wir möchten den Spielern einen sehr guten Platz bieten und gleichzeitig die Natürlichkeit der Landschaft erhalten", sagt der Clubmanager. einen Platz für Mensch und Tier zu schaffen, sei allerdings keine leichte Aufgabe. Wiedemann: "Ich denke, wir meistern die ökologische Herausforderung. Die Golfer finden gute Bedingungen. Und die Bienen können bei uns auch noch machen, was sie wollen."

Der Höhepunkt der Runde in Türkheim: Aus einer engen Waldschneise schlägt der Golfer auf der Bahn 18 ab,
ehe er 310 Meter weiter auf einem Inselgrün einlocht.                                               Foto: Sybille Seidl-Cesare

 

Gespielt von Andrea Bogenreuther, Handicap 42: "Den ein oder anderen Ball mehr mitnehmen"

Der Auftakt in Türkheim ist ganz nach dem Geschmack für Einsteiger. Einem überschaubaren Par 4 folgt ein einladendes Par 3 in eine idyllische Waldschneise hinein. Da lässt es sich schon mal bravourös punkten, bevor man nach Loch vier die Brücke über die Staatsstraße quert und in das weitläufige Gelände auf die langen Fairways wechselt. Der Platz punktet durch seine naturverbundene Ursprünglichkeit ohne großen Schnickschnack wie künstliche Gewässer, verschnörkelte Anpflanzungen oder sprudelnde Fontänen (Ausnahme Loch 18). In Türkheim darf – nicht immer zur Begeisterung aller Golfer – noch vieles wachsen, wie es will.

Mein Fazit: Wenn der Schlag mal verzogen ist, geht es tief hinein in die Fauna und Flora. Dann muss mit Argusaugen gesucht werden. Also: viele Bälle mitbringen!

Gespielt von Günther Vollath, Handicap 8,0: "Risikofreude wird belohnt"

Di 18 war schon immer ein Highlight in Türkheim. Jetzt, wo die Fahne seit einigen Monaten auf einem echten Inselgrün weht, ist das Loch einfach nur genial. Man freut sich während der ganzen Runde auf die letzte und ultimative Herausforderung auf dem anspruchsvollen Platz. Die 18. Spielbahn ist Teil des "vorderen" Geländes, das mit den Löchern 1, 2, 3, 4 und eben 18 einen eigenen Charakter hat. Hier ist ein überlegtes und präzises Spiel gefragt, während auf dem "hinteren" Teil der Anlage schon mal etwas gestreut werden darf. Im tiefen und dichten Rough sollte der Spieler mit seinen Drives aber auch "hinten" nicht unbedingt landen.

Mein Fazit: In Türkheim darf, ja sollte der ambitionierte Golfer was riskieren. Wer an den richtigen Bahnen auf Angriff spielt, kann das eine oder andere Birdie auf der Scorekarte notieren.

 

 

 

Zurück