Mindelheimer Zeitung vom 14.07.2008

Zehnstundentage sind für ihn ganz normal

Vereine im Fokus
Sein Engagement als Manager des Golfclubs zu Gut Ludwigsberg Türkheim ist für Rudi Wiedemann nahezu ein Fulltime-Job

Golfspielen würde er gerne viel öfter, denn obwohl Clubmanager Rudi Wiedemann nicht selten den ganzen Tag im Golfclub zu Gut Ludwigsberg verbringt, bleibt dafür häufig keine Zeit. Allein die Verwaltung der rund 1.150 Mitglieder des Clubs, die über ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz verteilt sind, nimmt pro Tag zwei bis drei Stunden in Anspruch. Egal ob es um die Handicapverwaltung, um Anfragen über den Platzzustand oder die Greenfee-Preise geht – als Ansprechpartner betrachtet Wiedemann sämtliche Mitglieder und Interessenten als Kunden, denen er stets den besten Service bieten möchte. „Auch wenn jemand erst um 19.00 Uhr kommt, ist er bei uns natürlich immer noch willkommen“, so der gebürtige Türkheimer mit Schweizer Pass, der viele Jahre in New York gelebt hat und dort als Managing Director für eine Schweizer Großbank tätig war.

Der Manager mäht schon mal selbst

Als Clubmanager ist Rudi Wiedemann auch für die Erstellung der Arbeitspläne sämtlicher Platzarbeiter zuständig, denn „Gras wächst auch, wenn es regnet“. Daher ist schon ein ziemlich großer Aufwand und einiges an Flexibilität der Mitarbeiter erforderlich, einen so weitläufigen Golfplatz wie den in Türkheim mit einer Gesamtfläche von 85 ha optimal in Schuss zu halten. So müssen von April bis Ende Oktober beispielsweise die Greens täglich, andere Flächen dagegen zwei- bis dreimal pro Woche gemäht werden. Natürlich nicht willkürlich, sondern auf bestimmte Schnitthöhen, die vom Deutschen Golfverband (DGV) exakt vorgegeben werden. Wenn Not am Mann ist, setzt sich Wiedemann deshalb auch schon mal selbst auf die Mähmaschine oder fährt den gesamten Platz ab, um alle 45 Bunker zu rechen.
Besonders aufwendig ist für Wiedemann die Vorbereitung der regelmäßig ein- bis zweimal im Monat stattfindenden großen Sponsorenturniere – zusätzlich zum normalen Sieben-Tage-Spielbetrieb. „Da hat man dann schon mal ein paar heftige Zwölfstundentage“, so Wiedemann, der selbst vor ca. 16 Jahren zum Golfsport kam und seit 1999 Mitglied im Golfclub zu Gut Ludwigsberg ist. Den „Job“ als Clubmanager macht er inzwischen schon seit 2004 und besonders reizvoll sind für ihn dabei die täglich neuen unvorhersehbaren Herausforderungen und Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. So kommt es schon mal vor, dass er ein Ersatzteil für eine Maschine direkt aus England oder sogar den USA bestellen muss oder mit dem Metalldetektor noch bis zum Einbruch der Dunkelheit nach dem verlorenen Ehering eines Mitglieds sucht.
Als Clubmanager versteht es sich für Rudi Wiedemann von selbst, ständig um einen gewissen Standard bemüht zu sein. Eigentlich zwar bereits im Ruhestand, kann Wiedemann bei den vielen Aufgaben im Golfclub deshalb auch keinen großen Unterschied zum aktiven Berufsleben feststellen. Und so pendelt er weiterhin regelmäßig zwischen seinem Zuhause in der Schweiz und Türkheim hin und her „mit 1.000 Dingen im Kopf, die alle noch erledigt werden müssen“, so Wiedemann.



Eigentlich ist Rudi Wiedemann im Ruhestand. Doch angesichts er vielfältigen Aufgaben als Manager des Golfclubs zu Gut Ludwigsberg in Türkheim kann er kaum einen Unterschied zum aktiven Berufsleben feststellen.

   

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